Performances im Hole of Fame #1 BOXCOUNT22 / August 4, 2015

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22 mute encounters behind a shop window / by Antje Dudek 

Everyone is invited to join me for a game. The invitation outside the gallery window reads: “Choose an action & rip off the ticket. Join me (alone). Hand me the ticket. Do not speak. Let the performance begin.”

22 encounters, 22 living images are staged in the tiny illuminated room, fully visible through the window panes. Every ticket has a different name, such as Coco Loco, Where I End and You Begin or Fantasia II, and leads to a different poetic score handed to the participant.

>>> sample scores >>>

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The participants decide what to make of the score, how to start and when to end the action, how to treat me and interact with me. They are free to use any material and object at their disposal. I provide a range of objects, e.g. wooden sticks, a pineapple, pink tape, milk ice cubes, a white banana, water pistols…

// encounter //  I am interested in creating scenarios which inspire unusual forms of encounter. Moments of silent interaction, inquisitive looks into each other’s eyes, familiarity between strangers.

// language //  Remaining silent is vital to this experiment of encounter. Words are used only in writing; the scores forming the heart of BOXCOUNT 22. They are meant to evoke poetic, bizarre or absurd images, most of which cannot be directly realized. All of them should leave a lot to be imagined by my co-performers.

// exposure to the unknown //  I may invent the instructions and scores, but by becoming a player in this game, I hand some responsibility to the person who joins me. We observe each other’s actions, gain inspirations from each other’s ideas, get tangled up in the course of the event. Feeling irritated, surprised, unsure, grateful, amused, inspired, touched.

 

Text by Antje Dudek // Pictures by Christian Förster, Sarah Siegmund & Christin Lübke

 

22 stumme Begegnungen im Schaufenster / von Antje Dudek 

Die offene Einladung draußen am Galeriefester verkündet: „Wähle eine Aktion und reiß den Zettel ab. Komm allein zu mir in den Schaukasten. Überreiche mir den Zettel. Handle ohne zu sprechen.“ Jeder ist eingeladen, dieser Spielaufforderung zu folgen. 

22 Begegnungen, 22 lebendige, bewegte Bilder ereignen sich im schwarz verkleideten, hell erleuchteten Schaukasten, der durch die Fensterfront voll einsehbar ist. Jeder Abreißzettel trägt einen anderen Titel wie etwa Coco Loco, Where I End and You Begin oder Fantasia II. Jeder ist mit einer besonderen Handlungsanweisung verbunden, die ich an meinen Mitspieler überreiche, sobald er den Raum betritt. 

>>> Handlungsanweisungen >>>

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Mein Mitspieler entscheidet, wie er mit der Handlungsanweisung umgeht, wie er die Handlung beginnt und wann er sie für beendet erklärt, wie er mich behandelt und mit mir interagiert. Im Raum befinden sich einige Objekte, die jederzeit in die Handlungen einbezogen werden können, unter anderem Holzstäbe, Marshmallows, Tape in Neonpink, Milcheiswürfel, eine weiße Banane, Spritzpistolen…

// Begegnung //  Ich möchte Szenarien erfinden und gestalten, die ungewöhnliche Begegnungen provozieren. Gemeinsames Handeln ohne Sprache, neugierige, suchende Blicke, Nähe zwischen Fremden im gemeinsamen Entwickeln ausdrucksstarker Bilder.

// Sprache //  Um mit Begegnungsformen zu experimentieren, erscheint mir das gemeinsame Schweigen sehr wichtig. Worte reserviere ich bei BOXCOUNT 22 für die Handlungsanweisungen, die das Herzstück der Performance bilden. Sie sollen lyrische, seltsame oder skurrile Gedankenbilder hervorbringen, die oft so auch nicht direkt in die Tat umgesetzt werden können. Alle fordern von meinen Mitspielern einigen Erfindungsreichtum, um daraus eine Idee für unsere Interaktion zu entwickeln.

// Ausgesetztsein //  Auch wenn ich das Rahmenszenario und die Handlungsanweisungen entwickle, setze ich mich den Ideen und Wünschen meiner Co-Performer aus. Sie bestimmen den Verlauf der Handlung entscheidend mit. Wir werden zu gleichberechtigten Mitspielern. Keiner hat die alleinige Kontrolle. Wir beobachten die Handlungen des anderen, lassen uns von dessen Ideen anstecken, verstricken und im Verlauf des Ereignisses. Fühlen uns von und durch einander irritiert, überrascht, verunsichert, amüsiert, berührt.

 

Text: Antje Dudek // Fotos: Christian Förster, Sarah Siegmund & Christin Lübke

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